Attack! Attack! Attack! ...weitere Gedanken.

Der Blog ATTACK! ATTACK! ATTACK! ...und warum der Klügere manchmal nachgeben sollte wurde unzählige Male gelesen, kommentiert und geteilt und zählt wohl zu unseren absoluten Klassikern.


Gelegentlich kommt auch eine Kritik dahingehend auf, dass man größtenteils unsere Ansicht teile, es aber Momente gibt, in denen eine aktive Kampfhandlung unvermeidbar sei.

Gerade dann, wenn ein Aggressor nicht deeskaliert werden kann oder eine Flucht nicht möglich sei oder dann, wenn ein Übergriff aus dem Hinterhalt erfolgt.


Was soll man jetzt sagen? In diesem Momenten wird es wohl unweigerlich zu physischer Gewalt kommen. Manche Situationen lassen keine anderen Optionen zu.


Aber auch hier gilt, dass man versuchen sollte ein verhältnismäßiges Mittelmaß zu finden. Körperliche Übergriffe finden nicht alle nach Schema F statt und erfordern nicht immer die Antwort "Ultima Ratio".

Aufgrund von eigenen Fähigkeiten und der situativen Geschehnisse kann man als sich schützende Person schnell die dominante Rolle innerhalb einer Verteidigungshandlung übernehmen.

Übernimmt man diese Rolle, handelt man in der Regel auch aktiv respektive wissentlich und wollend. 

Und gerade hier kann sich der clevere Anwender Vorteile verschaffen, in dem er das Maß der erforderlichen Gewalt unter der Beurteilung der Verhältnismäßigkeit wählt.


Schon klar... in der Notwehr ist jede Tat erlaubt. 


Doch das eigene Handeln verteidigt sich im Nachgang erheblich besser, wenn man erklären kann, dass man eine mildere Handlungsalternative innerhalb der Verteidigungshandlung gewählt hat. Die oftmals angepriesene exzessive Gewalt ist nicht immer erforderlich. Wer clever trainiert, hat gegebenfalls diesen Ermessensspielraum und ist im Nachhinein dankbar.


Aber... bevor wieder Kritik aufkommt. 


Geht es um Alles, geben wir Alles!



Combat Athlete - Das "Warum"

Nach der Veröffentlichung des Blogs COMBAT ATHLETE kamen Diskussionen innerhalb der einzelnen Medien auf und wir erhielten Nachrichten.


Man muss ganz klar sagen, dass wir den Markt nicht revolutionieren wollen und auch das Rad nicht täglich neu erfinden.

Wir kämpfen mit selbigen Problemen des Alltags und das zum Training zur Verfügung stehende Zeitkontingent ist auch bei uns limitiert.


Und genau hier sollte der Blog greifen und teils zum Nach- oder Umdenken anregen.


Nehmen wir mal an, ich schaffe es in der Woche ein- oder zweimal in ein abendliches Training und mir stehen zweimal 30 Minuten zum freien Training zur Verfügung. 


Wenn mein Kerngedanke die Verbesserung des eigenen Selbstschutzes ist, sollte ich hier auch genau den Fokus setzen. Finde ich eine Trainingsgruppe, die kontextbezogen, dynamisch auf schlagender und ringerischer Basis agiert, dem Kontaktmanagement eine erhebliche Bedeutung zuspricht, bin ich hier bereits gut aufgehoben. Finde ich diese nicht, muss ich Wege finden, diese Attribute zu erlernen und gegebenenfalls mehrere Quellen für mich anzapfen.

Wichtig ist, dass ich hier die wesentlichen Grundlagen nicht aus den Augen verliere. Trainiere ich bereits einmal die Woche absurde Abwehrtechniken gegen unrealistische und unwahrscheinliche Angriffe, so wird aus meiner eigentlichen Verwendung schnell eine zeitliche Verschwendungen.


Zeit ist nunmal ein wesentlicher Faktor!

Combat Athlete - Fokus! Fokus! Fokus!

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Combat Athlete

Wie schon auf Instagram oder Facebook geschrieben, ist die körperliche Fitness im Bereich Selbstschutz nicht wegzudenken.

Es hilft nicht in tacticooler Kleidung und mit bösem Blick auf Fotos zu posieren, wenn man das Aufwärmen oder die ersten zwei Drills im Training körperlich nicht überleben wird.
Daher ist auch die Begrifflichkeit COMBAT ATHLETE bewusst gewählt.

Aathlete (American and British English) or sportsman or sportswoman (British English) is a person who is good at a sport and competes in one or more sports that involve physical strength, speed or endurance. The term's applies to those who participate in other activities, such as horse riding or driving, is somewhat controversial.

Athletes may be professionals or amateurs. Most professional athletes have particularly well-developed physiques obtained by extensive physical training and strict exercise accompanied by a strict dietary regimen.(Quelle: www.wikipedia.com)

 

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Fight Like An Amazon - Coach Certification Course

Fight Like An Amazon - Coach Certification Course

Der individuelle Selbstschutz von Menschen, unabhängig von Geschlecht, Größe, Alter, usw., kann mit einem geringen Zeitansatz verbessert werden. 

 

Hier sollte aber der Schwerpunkt auf der frühzeitigen Erkennung und Handhabung von möglichen Konfliktsituationen und Aggressoren, der Bewegung im urbanen Raum sowie der ersten Sekunden des Kampfes liegen. 

 

Unser Programm Fight Like An Amazon bietet hier einen anderen Ansatz zur Verbesserung des individuellen Selbstschutzes der Frau und schafft somit eine ideale Grundlage für eine konstruktive Ergänzung des regulären Trainings und zur Durchführung von spezifischen Kursen.


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Fight Like An Amazon

Fight Like An Amazon

"Frauen können nicht kämpfen." 

"Frauen müssen anders trainiert werden."
"Frauen brauchen spezielle Techniken."
Diese Auflistung von Aussagen könnte wahrscheinlich beliebig fortgeführt werden.
Und ja... wir trainieren situativ, dynamisch, ehrlich und können derartige Aussagen nicht mehr hören.
Frauen oder generell kleinere Personen brauchen keine speziellen Techniken, sie benötigen eine kontextbezoge Vermittlung von Lösungsansätzen und Progression. 
An dieser Stelle möchten wir einfach mal auf unser Seminar same, same... and a little bit different verweisen und etwas Werbung im eigenen Saft machen.
Verfolgt man die Selbstverteidigungs- und Selbstschutzszene, so fällt immer wieder auf, dass spezielle Angebote für Frauen angepriesen werden. Oftmals mit Techniken gefüllt, die unter Hochstress oder gar Todesangst noch anwendbar sind. Es ist bei dieser Art von Werbung davon auszugehen, dass weder eine Teilnehmerin den Inhalt unter Hochstress und Todesangst reproduzieren kann, noch der Verfasser überhaupt weiß, wovon er redet.
Auch stellt sich die Frage, wie in diesen mehrstündigen Seminaren das sogenannte "schwache" Geschlecht nachhaltig verteidigungsfähig gegen männliche Übergriffe gemacht werden kann.
Das "starke" Geschlecht benötigt hierfür auf der Basis eines regulären Trainings und Seminaren hingegen erheblich länger. Manch einer erreicht dieses Ziel womöglich nicht.
 
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Same, same... and a little bit different!

Aggression und Gewalt kann alle Menschen konfrontieren - unabhängig von Geschlecht, Alter und den körperlichen Gegebenheiten. 


Ein Problem vieler Kurse oder Trainingseinheiten kann sein, dass diese oftmals durch männliche Trainer geleitet werden und gegebenenfalls hierdurch nicht auf die Belange innerhalb der situativen Umsetzung einer Frau respektive kleineren Person eingegangen wird.


Genau bei dieser Problematik setzt diese Fortbildung an. Es werden Möglichkeiten der eigenen Verteidigung aus zwei verschiedenen Sichtweisen durch eine Trainerin und einen Trainer vermittelt. 

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Seminarankündigung: C2 Core Combatives mit Mick Coup


C2 Core Combatives mit Mick Coup am 24./25. Februar 2018 in Erlensee

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Urban Responder Trainer

SC Int'l - Urban Responder Trainer Ausbildung
Szenariotraining innerhalb eines Urban Response Trainings mit Airsoft

"Die Zeiten ändern sich..." - so lautet eine unserer Präsentationen für ein Symposium über neue Herausforderungen an den Sicherheitsapparat zur Bewältigung von besonderen Einsatzlagen. 

Mit selbigen Worten beginnen wir aber auch unsere Ausbildungen innerhalb eines Pilotprojekte zur Verbesserung der Einsatzkräfte innerhalb des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes. 

 

Wer sich an das erste Urban Response Training in Kreuztal erinnern kann, hat diese Worte auch zur Begrüßung hören dürfen.

 

Nicht nur die Zeiten haben sich geändert, auch das Training. Die Inhalte sind nicht neu, werden aber strukturell und innovativ für die Belange des Teilnehmers angepasst und modular unterrichtet. Gerade diese modulare Ausbildung scheint erneut Maßstäbe gesetzt zu haben, da wir sie heute bei diversen Mitszreitern vorfinden.

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Tao des Kontaktmanagements - Part 6

SC Int'l - Tao des Kontaktmanagements

Du hast Part 5 dieser Blogserie bereits gelesen? Gut so, denn Du bist immer noch im Bahnhofsgebiet unterwegs und möchtest eigentlich nur zu Deinem Hotel.

 

Die Person, die die Straßenseite gewechselt hat, lehnt circa 40 Meter vor Dir an der Hauswand und schaut sich gelegentlich um.

Du verlangsamst Deine Gehgeschwindigkeit und siehst, dass die Person in Höhe des dortigen Kiosk steht und eine weitere Person beim Verlassen des Kiosks stoppt. 

 

Dein Bauchgefühl und die Bewertung des Verhaltens der Personen haben Dich nicht getäuscht. Etwas "stimmt nicht", aber Du bist anscheinend nicht der Adressat. Gut so.

 

Zwischen den beiden Personen vor Dir auf dem Gehweg kommt es augenscheinlich zu einem Streit und Du beobachtest das Geschehen aus dem folgenden Video.

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Wenn es wichtig ist, mach es jeden Tag

Ich hatte die letzten Tage diverse interessante Unterhaltungen über die Entwicklung von Trainern, aber auch bezüglich der Gestaltung von Trainingseinheiten zur Entwicklung des persönlichen Selbstschutzkonzeptes.

 

"Wenn es wichtig ist, mach es jeden Tag". Wer das Buch "Gib niemals auf" des Athletiktrainers Dan John gelesen hat, dem wird sich dieses Zitat der Ringerlegende Dan Gable eingehämmert haben. Auch wenn er in seinem Buch primär über das Stemmen von schweren Gewichten schreibt, so soltte man diesem Rat definitiv folgen.

 

Viele Trainierende und Trainer gehen mit Herzblut an die Sache und besuchen jedes Wochenende Seminare quer durch Europa und zu jedem Thema. Enthusiasmus und Engagement sind schöne Tugenden, aber nicht immer zielführend.

 

Folgt man manchen Trainern und ihren Internet- oder Facebookpräsenzen, stellt man fest, dass hier ständig die Schwerpunkte gewechselt werden. Ständig werden neue Konzepte verfolgt und die eigene Richtung gewechselt.

Letztendlich wird trainiert, aber oftmals der Fokus auf das Wesentliche aus den Augen verloren.

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Der Schritt zurück zur Kunst

"Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist."

 

"Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses."

 

Innerhalb unseres Programms Combative Blade Strategies kommt immer wieder die Frage auf, warum der anfängliche Schwerpunkt auf die richtige Konfiguration der Ausrüstung, einen robusten Griff sowie das Ziehen der Waffe unter der physischen Einwirkung durch mehrere Personen gelegt wird.

Neben bedeutenden rechtlichen Aspekten stellt das situative Ziehen der Waffe die erste große Hürde da.


Hierbei ist interessant, dass aus Gesprächen mit den Teilnehmern immer wieder hervorgeht, dass man in Extremsituationen nicht die Waffe ziehen konnte - egal ob Pfefferspray, Messer, usw.

Noch interessanter ist, dass Teilnehmer von einer Deeskalation einer solchen Extremsituation mittels einer gezogenen Waffe berichten.

Kein Teilnehmer, zumindest auf unseren Kursen, berichtete bisher davon, dass er in einer zivilen Verteidigungssituation hat das Messer einsetzen müssen.

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Tao des Kontaktmanagements - Part 5

Wir verlassen die türkische Touristenmetropole aus Part 4 dieser Blogserie und begeben uns in Richtung Nordafrika. 
Dieser kleine Marktplatz neben dem dortigen Bahnhof. Dort, wo Du nicht mehr der freundlich empfangene Tourist mit der Kauffreudigkeit in der rechten Hosentasche, sondern der von oben bis unten mit Blicken gemusterte Fremde bist. Ein Fremder, der erstmal nicht in das alltägliche Bild dieses Platzes passt.

Händler mustern Dich, aber letzendlich bieten sie Dir ihre Ware an. Ein alter Mann bittet Dich an seinen Obststand und schneidet Dir voller Stolz seine angepriesenen Früchte auf. Du nimmst dankend an und unterhälst Dich mit Händen und Füßen. 
Dein Blick schweift gemütlich über den Platz während Du einen Tee trinkst und das frische Obst genießt. 

Dann siehst Du ihn, den Typen der Dich anstarrt und dann wieder wegschaut (Part 2). Er ist auffällig unauffällig und Dein Bauchgefühl lässt wieder die Alarmglocken läuten.

Du beobachtest ihn ebenso. Schaust ihn aber nicht direkt an. Seit Part 2 wissen wir, dass wir den längeren Blickkontakt vermeiden möchten. Wir schauen über seiner Schulter entlang seines Kopfes und stellen fest, dass die Person den ständigen Blickkontakt zu anderen Personen sucht.
Relativ schnell stellst Du fest, dass seine "Blickkontakte" ebenfalls immer wieder in Deine Richtung schauen.

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Tao des Kontaktmanagements - Part 4

Aufbauend auf Part 1, Part 2 und Part 3 dieser Blogserie, möchten wir hier weiter die frühzeitige Erkennung eines möglichen strafbaren Verhaltens durch eine uns bekannte oder unbekannte Person beleuchten.


Fakt ist und bleibt - je früher ich ein derartiges Verhalten erkenne, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit vorteilhaft reagieren und die Situation kontrollieren zu können.


Obwohl die Thematiken Gefahren- und Kontaktmanagement nicht neuartig für uns sind und hierzu mehrtägige Kurse oder Vorträge auf diversen Symposien gehalten werden, sind seit dem Start der Blogserie wieder interessante Diskussionen zwischen unseren Ausbildern entstanden. 


Neben dem genannten geographischen Verhalten und unserer Körpersprache, sind auch das menschliche Verhalten auf Stress, das zwischenmenschliche Verhalten, die Symbolik und die Atmosphäre von Bedeutung.

Innerhalb unserer Diskussionen wurden verschiedene Interessante Beispiele und Informationen zusammengetragen.

Angefangen von einer Aufklärungsmission in Afghanistan bis hin zu verschiedenen verdeckten Einsätzen quer durch die europäischen Metropolen oder Reisen über den gesamten Erdball. 


Geplant war hier mit dem menschlichen Verhalten auf Stress diese Serie weiterzuführen. Doch aufgrund der Gespräche ändern wir die Reihenfolge. 


Atmosphärisches Verhalten

Hierunter subsumiert man das Verhalten von Menschen an bestimmten Orten und es sind sicherlich Überschneidungen zum geographischen Verhalten zu finden.

Doch interessiert hier nicht die einzelne Person, sondern der entstehende Gesamteindruck aller an einem Ort interagierender Personen. Wie verhalten sich dort Personen sozial und emotional. Das Bauchgefühl ist hier abermals ein verlässlicher Partner. Gerade in Kombination mit den vorzufindenden Erwartungen an einen bestimmtem Ort.

Gehe ich im Hochsommer in ein Freibad, habe ich Erwartungen an die dort vorzufindende Atmosphäre. Es sollte laut sein und Menschen genießen das Treiben im kühlen Nass. Wäre kein Mucks zu hören, müssten die inneren Alarmglocken läuten.


Ebenso ein Bericht eines unserer Ausbilder über eine Aufklärungsmission in Afghanistan. Eigentlich sollte die Fahrt durch eine belebte Stadt gehen. Doch an diesem Tag waren die Straßen leer. Kurze Zeit später wurden in verschiedenen Stadtteilen Aufstände verzeichnet. Ein Warnsignal wurde hier frühzeitig erkannt und dementsprechend gehandelt.


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Tao des Kontaktmanagements - Part 3

Im zweiten Teil unserer Serie kam uns das Gefühl, dass mit der Person auf dem Bahnsteig irgendetwas nicht stimmt. Unser Bauchgefühl sprach zu uns und wir haben die Verhaltensweisen der Person richtig interpretiert.

 

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Tao des Kontaktmanagements - Part 2

SC Int'l - Street Combatives - Tao des Kontaktmanagements (Part 2)

Okay... ich sitze immer noch auf meiner Bank, beobachte die Menschen auf dem Bahnsteig und warte auf meinen Zug.

 

Doch irgendwie ist da dieser eine Typ. Dieser Typ in dieser billigen Jeanshose aus dem 5,00 Euro-Designerladen auf dem Bahnhofsvorplatz. Er schaut mich immer wieder an. Schaue ich ihn an, schaut er sofort wieder zurück. Seine Blicke gehen immer vor und zurück. Im Gegensatz zu allen anderen wartenden Bahnreisenden scheint er nervös zu sein. Jetzt schaut er wieder in meine Richtung, fährt sich mit einer Hand durch seine Haare und schaut nun "auffällig unauffällig" auf meine Laptoptasche. Nun schaut er wieder weg, schaut auf den Boden. Er dreht sich nochmal um, schaut mich erneut an, kratzt sich am Hals und kommt in meine Richtung.

 

Der rechte Platz neben mir ist noch frei. Dort habe ich nur meine Laptoptasche abgestellt.

Aber so, wie er sich umschaut, besticht mich ein komisches Gefühl. Ich habe von den Diebstählen rund um den Bahnhof gelesen. Vor drei Minuten wurde noch über eine Lautsprecherdurchsage vor Trick- und Taschendieben gewarnt.

 

Möchte er sich nur auf den freien Platz setzen? Möchte er sich gegen meine Person wenden? Möchte er meine Laptoptasche ansichreißen?

 

Hier entscheiden die zuvor wahrgenommen Indikatoren eines möglichen kriminellen Verhaltens sowie das eigene Bauchgefühl über ein weiteres Handeln. Hierzu aber später mehr.


Bekomme ich den Eindruck, dass in diesem Moment etwas nicht "stimmt", steht das eigene Handeln im Vordergrund. Ich möchte hier nicht darauf warten, was passieren kann und dann hierauf reagieren. Ich möchte noch einem möglichen Schadenseintritt die eigene Initiative ergreifen und die Situation kontrollieren. 

 

  • Visuelle, nonverbale Kontaktaufnahme
    Manchmal reicht ein konzentrierter Blick aus. Ein Blick, der der anderen Person signalisiert, dass man sie und ihre Handlungen wahrgenommen hat.
  • Mobilität vor Statik
    Das eigene Handeln zwingt die andere Person zum Umdenken, sprich Reagieren. Ein möglicher Plan wird unterbrochen.
    Das Ergreifen der eigenen Laptoptasche oder das Aufstehen und Verlassen des Sitzplatztes verändert die Situation gänzlich.
    Das Sitzenbleiben und das Warten auf eine mögliche Straftat verbessern nicht die Ausgangslage und rufen eigenen Stress hervor.
    Durch eigene Handlungen kann ich mehr über die eigentliche Situation erfahren. Stehe ich auf und bewege mich etwas, kann ein Folgen der Person mir weitere Hinweise darüber geben, dass die Person an mir interessiert ist.
    Vielleicht sehe ich aber auch, dass sie sich auf den freien Platz setzt, kurz wartet, dann aufsteht und eine andere Person begrüßt und mit dieser zusammen die Örtlichkeit verlässt.
  • Situative und örtliche Vorteile sichern
    Einhergehend mit der "Mobilität" versuche ich stets, mir eigene Vorteile zu sichern.
    Ich versuche mich zum Beispiel in Richtung günstiger Fluchtwege zu bewegen oder mir den Zugang zu Alltagsgegenständen (improvisierte Waffen) zu verschaffen.

 

Während ich durch die eigene "Mobiltät" Distanz aufbaue, vernachlässige ich nicht den visuellen Kontakt zu der Person. Ich möchte wissen, wo sie sich befindet und was sie dort macht. Auch soll die Person durch mein Handeln erfahren, dass ich die Situation unter Kontrolle habe.

In diesem Kontext möchte ich aber bewussten Blickkontakt vermeiden. Schaue ich in die Richtung der zu beobachtenden Person, so schaue ich bewusst an seinem Kopf vorbei und "fixiere" meinen Blick auf einen Bereich zwischen seinem Kopf und seiner Schulter. 

 

In der Regel ist es hier noch nicht erforderlich nonverbalen und verbalen Kontakt aufzunehmen. Diese binden nur die eigenen Handlungsressourcen und lassen schlimmstenfalls den erforderlichen Handlungsschwerpunkt an zweite Stelle rücken.


Ich möchte die Situation aus der Distanz heraus dominieren. 

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